Ausbildung - Leben retten durch telefonische Reanimation

von Frank Leenderts

Acht Johanniter aus Berlin, Hamburg und dem Ortsverband Stedingen nahmen jüngst an einer Fortbildung zur „Telefonischen Reanimation“ in Oldenburg teil. In ihren Jobs als Zentralisten in einer der 18 Hausnotrufzentralen der Johanniter im Bundesgebiet nehmen sie täglich Anrufe entgegen, in denen sie die zumeist unstrukturierten In-formationen schnell filtern und sortieren müssen. Die neue standardisierte Notrufabfrage ist eine strukturiertere und schnellere Methode zur Situationsabfrage. „Nach diesem Schema werden wir künftig Notrufe abarbeiten. Wir können so einfacher auf schwierige Situationen reagieren“, sagt Sabrina Voigt, Hausnotruf-Kundenberaterin im Regionalverband Berlin.

Sie war es auch, die die Idee zu der Kooperation mit der Großleitstelle hatte. Im Zuge ihrer Arbeit in der Berliner Hausnotrufzentrale überarbeitete sie die Reanimationsrichtlinie für Zentralisten. Bei ihren Recherchen stieß sie auf die Fortbildung der „Telefonischen Reanimation“. „Leider bietet die Berliner Großleitstelle diese Fortbildung zurzeit nicht an. Da dachte ich mir, probiere es doch mal in deiner alten Heimat“, sagt Voigt. Sie stammt aus Oldenburg und bekam schnell die Zusage der hiesigen Großleitstelle. Voigt fragte ihren ehemaligen Arbeitgeber, die Johanniter-Hausnotrufzentrale des Landesverbandes Niedersachsen/Bremen mit Sitz in Berne, ob dort Bedarf bestünde. Daraufhin entsendete deren Leiter Lars Lühmann die beiden Hausnotrufzentralisten Dennis Heidenreich und Erik Westphal.

Martin Hilse, Leiter der Notfall-Leitstelle Offshore-Wind VENTUSmedic, schickte die zwei Disponenten Jan Lutz und Klaus-Dieter Berner zu dieser Fortbildung, um Erfahrungen auszutauschen und die interne Fortbildung weiter zu optimieren. Die Disponenten bei VENTUSmedic  praktizieren bereits seit 2013 die Telefonische Reanimation. Der Leiter der Hausnotrufzentrale in Hamburg aus dem Landesverband Nord, Mirko Baltes, komplettierte die Schulungsgruppe, deren Mitglieder nun künftig als Multiplikatoren selbst Kollegen schulen werden.

„Ich bin total begeistert von der Fortbildung. Sie war spannend und anstrengend, aber vor allem auch sehr lehrreich. Wir werden das Erlernte noch in unsere Johanniterinternen Abläufe umarbeiten müssen, aber dennoch haben wir einen guten Leitfaden entwickelt“, sagt Voigt. Auch der praktische Umgang mit diesem Leitfaden wurde geübt. Die Zentralisten bearbeiteten einen fiktiven Notruf mit lautem Geschrei im Hintergrund. „Der standardisierte Fragebogen half uns dabei, nicht den Faden zu verlieren“, erklärt Voigt.

Quelle und Autor:

Johanniter-Unfall-Hilfe e.V.
Regionalverband Weser-Ems
Industriestraße 1
26121 Oldenburg

 

Die Berliner Johanniter nehmen viele neue Erkenntnisse mit auf den Heimweg. Von rechts: Mario Schulz, Stefan Abshof (Großleitstelle Oldenburger Land), Nicole Höbbel, Sabrina Voigt.

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